Datum
21.02. – 04.04.2022
montags-freitags 10.00 – 17.45 Uhr
Ort
Studio 2
Möllendorffstr. 54, 10367 Berlin

Beschreibung

Mit dem Boom der Streaming-Plattformen fand in den letzten Jahren nicht nur ein exponentielles Wachstum an Inhalten von internationalen Film- und Serien-Neuproduktionen, sondern weiterhin ein Revival der Direct-to-DVD-Produkten sowie durch die europäischen und nationalen Finanzierungsmodelle eine Zunahme von mehrsprachig gedrehten Filmproduktionen statt. Dies führte, begleitet von einer sprunghaften Digitalisierung, zu einem Fachkräftemangel in der Synchronbranche. Insbesondere qualifizierte Synchronbuch-Autorinnen und -Autoren werden dringender denn je gesucht.

Diesem Bedarf widmet sich der Lehrgang „Synchronbuchautor*in“ unter Berücksichtigung der neuesten Entwicklungen im Synchron-, als auch im ADR-Bereich (hier: Synchronisation fremdsprachiger Darstellerinnen und Darsteller bei deutschen Filmproduktionen). Neben diesen Aufgabenbereichen vermittelt der Lehrgang ebenfalls Kenntnisse in den Bereichen TV- und Kino-Werbung, lippensynchrone Dokumentationen, Voice-Over (Overlay) sowie Audiodeskription und Untertitelung.

An realen Produktionen vermitteln erfahrene und mitten im Berufsleben stehende Autorinnen und Autoren das Handwerkszeug, um diese interessanten Herausforderungen zu meistern.

Sollte es coronabedingt nicht möglich sein, Präsenzunterricht abzuhalten, kann der Lehrgang online durchgeführt werden.

Inhalte

Der Lehrgang behandelt folgende Themengebiete und Inhalte:

Einleitung

  1. Aufgabengebiete von Synchronbuchautor*innen in der Filmproduktion, erklärt an Beispielen
  2. Voice-Over
  3. Lippensynchronisation
  4. Audiodeskription und Untertitelung

Inhalte des Originals

  1. Erkennen des Genres, der Inhalte und der dramaturgischen Vorgaben
  2. Arbeiten mit und ohne Rohübersetzung
  3. Hintergrundrecherche
  4. Festlegung von Eigennamen, Locations und Begrifflichkeiten
  5. Gender-Problematik bei Adaptionen
  6. LGBTQ-Themen
  7. Kooperation mit Auftraggeber*innen, Redaktionen und der Synchronregie
  8. Fehlerquellen

Technik

  1. Technische Voraussetzungen zum Schreiben von Synchronbüchern
  2. Terminologie der Synchronbranche
  3. „Steuerzeichen“ für Synchronschauspieler*innen
  4. Geeignete Schreibformulare für die verschiedenen Studiosysteme (Takersysteme)

Analyse des Originals

  1. Handschrift und Dialog-Textur des Originals erkennen
  2. Dialekte, Sprechweisen, Szene-Sprache im Original und Umsetzung in der Adaption

Schreiben

  1. Angleichung der Dialoglängen
  2. Finden und Texten von Labialen, Halblabialen und Gesten
  3. Der Spiegel auf dem Schreibtisch
  4. Lautes Mitsprechen
  5. Berücksichtigung von verschiedenen Sprachtempi von Sprecher*innen
  6. Berücksichtigung des spielerischen Ausdrucks im Dialogtext
  7. Synopsen, Insert- und KNP-Listen (Keynames and phrases)

Takerbuch

  1. Überarbeitung des getaketen Synchronbuchs und Einarbeitung redaktioneller Korrekturen
  2. Synchronbuchautor*innen und die Regie

Der Lehrgang ist eine Vollzeit-Weiterbildung und umfasst 270 Unterrichtseinheiten.

Lehrende

Lehrgangsleitung

Konstantin Krug

  • Produktions- und Aufnahmeleiter für Kino- und TV-Synchronisationen (ADR + Synchron), Mediengestalter und Medienfachwirt
  • Gelernter Mediengestalter und Medienfachwirt, anschließend freier Media- und Marketingmanager für verschiedene Agenturen und Unternehmen.
  • Von 2012 bis 2016 Projektmanager für Synchronisationen bei der „Berliner Synchron“ von Filmen und Serien unter anderem für Netflix, Amazon, Warner Bros., Sony, NBC und BBC.
  • Seit 2017 Geschäftsführender Gesellschafter und Projektmanager für Synchronisationen von Filmen und Serien bei der Menura Media GmbH in Berlin.

Olaf Mierau

  • Sprachregisseur und Dialogbuchautor für Kino- und TV-Synchronisationen (ADR + Synchron), Musiker und Musikproduzent
  • Staatsexamen als Musiker, anschließend Berufsmusiker, Freier Journalist, ab 1986 Texter, Musikproduzent und Sprachregisseur für verschiedene Produktionshäuser.
  • Von 1988 bis 2004 Mitbegründer, Chief-Producer, Geschäftsführender Gesellschafter, Musikproduzent und Regisseur der Giesing-Team Tonproduktion GmbH in München und Los Angeles, danach 2 Jahre Leiter der Musikredaktion der Hauptredaktion Fernsehspiel beim ZDF, Mainz.
  • Seit 2007 Freier Postproduction-Soundsupervisor, Music-Supervisor, Audio Consultant, ADR- und Synchronbautor sowie Regisseur für Kino- und TV-Synchronisationen.

Dozententeam

Wechselndes Dozentenkollegium an erfahrenen Professionellen aus der Synchronbranche.

Finanzierung

Für Teilnehmer*innen mit Bildungsgutschein wird die Teilnahmegebühr von der Arbeitsagentur/Jobcenter vollständig übernommen.

Das Teilnehmerentgelt für Selbstzahler beträgt 2.515,95 EURO, Ratenzahlung ist nach Vereinbarung möglich.

Förderung

Arbeitsagenturen/Jobcenter
Es handelt sich um eine geförderte Weiterbildungsmaßnahme.

Sonderkonditionen für Partner des iSFF
Für Mitglieder/Mitarbeiter*innen unserer Partner gilt bei Vorlage eines gültigen Nachweises eine Ermäßigung des Entgeltes in Höhe von 20%.

Weitere Informationen und Beratung zu den o.g. Fördermöglichkeiten erhalten Sie beim iSFF
telefonisch unter 030-9018 374-43.

Teilnahmevoraussetzungen

Der Lehrgang richtet sich an Personen mit einer ausgeprägten Affinität für Sprache und Dialog unter anderem aus den Bereichen Theater, Film, Marketing, Werbung, Kommunikation, Redaktion und Journalismus sowie Öffentlichkeitsarbeit. Dazu zählen z.B. Berufe wie Schauspieler*innen, Werbetexter*innen, Musical-Darsteller*innen, Kaufmann bzw. Kauffrau für Dialogmarketing, Onlinemarketing-Manager*innen, Technische Redakteur*innen, Journalist*innen oder auch Content-Manager*innen. Eine sehr gute deutsche Rechtschreibung und Grammatik sind neben guten Englischkenntnissen in Wort und Schrift Voraussetzung für diesen Lehrgang.

Bewerbungsunterlagen
Zusendung der vollständigen Bewerbungsunterlagen als PDF oder Word Dokument (docx) mit Angabe des Lehrgangstitels per E-Mail. Neben der Bewerbung sind eine tabellarische Vita sowie eine Text-/Leseprobe (max. 2 Seiten) zuzusenden. Die Text Datei muss folgenden Dateinamen aufweisen: Name und Vorname.

Die Text-/Leseprobe kann fiktional oder non-fiktional sein. Sie kann ein literarischer Text (Fabel, Novelle, Roman, Gedicht), ein journalistischer Text (Nachricht, Bericht, Reportage), ein wissenschaftlicher Text (Abhandlung, Aufsatz, Monografie), ein didaktischer Text (Schulbuch, Anleitung, Predikt, Vorlesung) oder ein Dialogauszug aus einem selbstgeschriebenen Theaterstück, eines Drehbuchs oder eines Hörbuch/Hörspiels sein.

Aufnahmeverfahren
Die Bewerbungen werden nach Eingang berücksichtigt. Die Auswahl erfolgt nach Prüfung der schriftlichen Bewerbung und Einschätzung der Text-/Leseprobe. Voraussetzung für die Aufnahme in die Weiterbildung ist neben der nachgewiesenen Qualifikation die gesicherte Finanzierung der Teilnahme.

Lehrgangsabschluss
Trägerinternes Zertifikat

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